Brüderlichkeit
Menschen unterschiedlicher Herkunft, Berufe und Lebenswege begegnen sich auf Augenhöhe.
Freimaurer-Loge In Traben-Trarbach
Die Loge „Zum Königlichen Berg“ verbindet geschichtliches Bewusstsein mit einem gegenwartsbezogenen Verständnis von Freimaurerei: überkonfessionell, überparteilich und der Verantwortung für das Gemeinwesen verpflichtet.
Grundgedanken
Menschen unterschiedlicher Herkunft, Berufe und Lebenswege begegnen sich auf Augenhöhe.
Andere Überzeugungen sollen respektiert werden, solange sie die Würde und Freiheit anderer achten.
Der Mensch und seine Würde stehen im Mittelpunkt.
Eigene Überzeugungen sollen durch Nachdenken und Gewissensentscheidung entstehen.
Erkenntnis soll sich auch im persönlichen und gesellschaftlichen Handeln zeigen.
Die Loge
Der Name „Zum Königlichen Berg“ verweist nicht auf Mont Royal, sondern auf die „Königliche Kunst“, wie die Freimaurerei seit Jahrhunderten bezeichnet wird. Die heutige Loge knüpft an frühere freimaurerische Spuren im Moselraum und an das Kränzchen „Zur Starkenburg“ an, das ab 1915 in Traben-Trarbach bestand.
Historische Quellen dokumentieren eine geschichtliche Linie vom studentischen Moselländer Orden des 18. Jahrhunderts bis zur Lichteinbringung der heutigen Loge am 2. November 2019. Die heutige Gründung setzt diese Linie nicht ungebrochen fort, sondern nimmt sie bewusst wieder auf.
1771
Mitglieder aus dem Moselraum gründeten in Jena den Moselländer Orden. Die Quelle zeigt, dass freimaurerische Bezüge der Region deutlich älter sind als die heutige Loge.
1915
Am 9. Februar 1915 wurde in Traben-Trarbach eine freimaurerische Vereinigung gestiftet. Sie gilt als wichtigste historische Vorstufe der heutigen Loge.
1938
Unter nationalsozialistischem Druck wurde die Vereinigung aufgelöst. Die Dokumente belegen Beobachtung, Ausspähung und politische Diffamierung ehemaliger Mitglieder.
2019
Mit der Lichteinbringung am 2. November 2019 nahm die Loge „Zum Königlichen Berg“ ihre Arbeit auf. Damit erhielt Traben-Trarbach erstmals eine eigene Loge.
Freimaurerei
Eine erste Orientierung über Wesen, Ziele und Gemeinschaft
Wer sich für die Freimaurerei interessiert, begegnet häufig sehr unterschiedlichen Vorstellungen: von einer philosophischen Bruderschaft über einen traditionsreichen Männerbund bis hin zu geheimnisvollen Erzählungen über Rituale und Symbole. Für einen Suchenden ist deshalb zunächst wichtig, zwischen dem tatsächlichen Selbstverständnis der Freimaurerei und den vielen Mythen zu unterscheiden, die sich im Laufe der Jahrhunderte um sie gebildet haben.
Die moderne Freimaurerei ist eine traditionsreiche, ethisch ausgerichtete Gemeinschaft. Ihre organisierte Geschichte reicht in das frühe 18. Jahrhundert zurück, wobei sie zahlreiche Bilder, Begriffe und Symbole aus der Tradition der mittelalterlichen Steinmetz- und Bauhütten übernommen hat. Diese Werkzeuge werden heute nicht handwerklich, sondern sinnbildlich verstanden: Der Mensch selbst steht als ein noch unvollendetes Werk im Mittelpunkt.
Freimaurerei möchte keine fertigen Antworten auf alle Fragen des Lebens geben. Sie versteht sich vielmehr als eine Methode der persönlichen Arbeit an sich selbst. Dabei spielen Selbsterkenntnis, Verantwortungsbewusstsein, Toleranz, Mitmenschlichkeit und die Bereitschaft, das eigene Denken und Handeln immer wieder kritisch zu prüfen, eine zentrale Rolle.
Ein bekanntes freimaurerisches Bild ist der „raue Stein“. Er steht sinnbildlich für den Menschen mit seinen Stärken, Schwächen, Vorurteilen und Unvollkommenheiten. Freimaurerische Arbeit bedeutet in diesem Sinne, am eigenen Charakter zu arbeiten – nicht um vollkommen zu werden, sondern um bewusster, aufrichtiger und verantwortungsvoller zu handeln.
Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass Veränderung zuerst bei einem selbst beginnt. Die Freimaurerei ist daher weniger eine Lehre darüber, wie andere Menschen sein sollten, als eine Aufforderung, das eigene Verhalten zu hinterfragen.
Freimaurer beschäftigen sich mit grundlegenden Fragen des Menschseins: Wie gehe ich mit anderen Menschen um? Welche Verantwortung trage ich für mein Handeln? Was bedeuten Freundschaft, Wahrheit, Gerechtigkeit, Freiheit, Vergänglichkeit und Menschlichkeit für mich persönlich? Solche Fragen werden nicht mit einem verbindlichen Lehrsatz beantwortet.
In Logen finden deshalb neben den rituellen Arbeiten auch Vorträge, sogenannte Zeichnungen oder Baustücke, Gespräche und gesellschaftliche Begegnungen statt. Themen können Philosophie, Ethik, Geschichte, Kultur, Wissenschaft, gesellschaftliche Entwicklungen oder persönliche Erfahrungen betreffen. Entscheidend ist nicht, dass alle Brüder derselben Meinung sind, sondern dass unterschiedliche Sichtweisen respektvoll ausgetauscht werden können.
Rituale und Symbole gehören wesentlich zur Freimaurerei. Sie schaffen einen bewusst anderen Rahmen als der Alltag und sollen Gedanken und Werte nicht nur verstandesmäßig, sondern auch durch Bilder, Sprache und gemeinsames Erleben vermitteln. Einzelheiten der rituellen Abläufe werden traditionell innerhalb der Loge bewahrt.
Für einen Suchenden genügt zunächst zu wissen: Das Ritual ist kein religiöser Gottesdienst und keine magische Handlung. Es dient der Sammlung, der Selbstbetrachtung und der symbolischen Vermittlung freimaurerischer Gedanken. Bekannte Symbole wie Winkelmaß, Zirkel, Senkblei oder der behauene Stein werden als Sinnbilder für menschliche und ethische Aufgaben verstanden.
Freimaurerei ist keine Religion und will keine Religion ersetzen. Je nach Großloge und freimaurerischer Tradition bestehen unterschiedliche Voraussetzungen hinsichtlich des persönlichen Glaubens. Gemeinsam ist jedoch der Gedanke, dass die individuelle Gewissens- und Glaubensentscheidung respektiert wird.
Ebenso ist eine Loge keine politische Partei und kein Ort parteipolitischer Einflussnahme. Gerade weil Brüder sehr unterschiedliche politische, weltanschauliche und gesellschaftliche Auffassungen haben können, sollen trennende Streitfragen nicht die brüderliche Gemeinschaft bestimmen. Das bedeutet nicht, dass ein Freimaurer unpolitisch sein muss; vielmehr bleibt sein gesellschaftliches Engagement seine persönliche Verantwortung.
Vertrauen ist eine wesentliche Grundlage der Logengemeinschaft. Persönliche Gespräche und Erfahrungen eines Bruders sollen nicht nach außen getragen werden. Diese Verschwiegenheit dient dem geschützten Raum innerhalb der Loge.
Sie bedeutet jedoch nicht, dass die Existenz der Freimaurerei, ihre humanitären Ziele oder ihre grundsätzlichen Werte geheim wären.
Eine Loge lebt von unterschiedlichen Persönlichkeiten. Alter, Beruf, Bildung, Herkunft und Lebensgeschichte können sehr verschieden sein. Brüderlichkeit bedeutet daher nicht Gleichförmigkeit.
Sie bedeutet, Unterschiede auszuhalten und dem anderen dennoch mit Achtung zu begegnen. Gerade darin liegt für viele Freimaurer ein besonderer Wert der Logengemeinschaft.
Termine
24. Juni 2026
Vorläufiger Platzhaltertermin für eine festliche Zusammenkunft im Umfeld des Johannistages. Termin und Format bitte bestätigen.
20. Mai 2026
Vorläufiger Platzhaltertermin für einen Abend zur lokalen freimaurerischen Geschichte zwischen Traben-Trarbach, Koblenz und Trier.
15. April 2026
Vorläufiger Platzhaltertermin für einen offenen Abend mit Gelegenheit zum Kennenlernen, Fragen und persönlichem Gespräch.
30. Januar 2020
Historischer Hinweis aus der Presse: Vorsitzender Dafydd Bullock verwies auf einen Gesprächsabend, bei dem sich Interessierte über die Arbeit der Loge informieren konnten.
08. Januar 2020
Historischer Termin: Übergabe einer Geldspende der Loge an die Jugendfeuerwehr Traben-Trarbach im Feuerwehrgerätehaus Traben.
Aktuelles
10. Januar 2020
Bei einem Treffen mit der Feuerwehr stellte die Loge Gemeinsamkeiten in Kameradschaft, Humanität und regionalem Engagement heraus.
Nach der Gründung der Loge wurde am 8. Januar 2020 eine Spende in Höhe von 500 Euro an die Jugendfeuerwehr Traben-Trarbach übergeben. Der Trierische Volksfreund berichtete darüber am 10. Januar 2020.
Im Mittelpunkt stand nicht nur die finanzielle Unterstützung, sondern auch die gemeinsame Haltung, „Gutes für die Menschen“ tun zu wollen. In dem Bericht wurden ausdrücklich Kameradschaft und Humanität als verbindende Punkte zwischen Feuerwehr und Freimaurerei genannt.
Zugleich wies der Meister vom Stuhl, Dafydd Bullock, auf einen Gesprächsabend am 30. Januar hin, der Interessierten einen ersten Einblick in die Arbeit der Loge ermöglichen sollte.
02. Januar 2020
Ein Bericht des Trierischen Volksfreunds vom 2. Januar 2020 ordnet die Gründung der Loge historisch ein und erläutert ihr Selbstverständnis.
Der Trierische Volksfreund stellte die junge Loge Anfang Januar 2020 in einem ausführlichen Bericht vor. Dort wird die Freimaurerei als überkonfessionelle und überparteiliche Gemeinschaft beschrieben, die auf eine humane, tolerante und sozial gerechte Gesellschaft hinwirkt.
Historiker Uwe Hauth erläuterte in diesem Zusammenhang die lokale Vorgeschichte über das Kränzchen „Zur Starkenburg“, das von 1915 bis in die 1930er Jahre in Traben-Trarbach bestand, ohne sich zu einer vollständigen Loge zu entwickeln.
Der Bericht hebt außerdem hervor, dass Bürgersinn und Verantwortung im täglichen Leben zum Selbstverständnis der Freimaurer gehören. Genau diese Verbindung aus geistiger Arbeit und gesellschaftlicher Haltung prägt den redaktionellen Ton dieser Website.
02. November 2019
Am 2. November 2019 nahm die Loge mit ihrer Lichteinbringung offiziell die Arbeit auf. Damit erhielt Traben-Trarbach erstmals eine eigene Loge.
Die Quellen nennen den 2. November 2019 als Tag der Lichteinbringung. Damit begann die Arbeit der Loge „Zum Königlichen Berg“ offiziell.
Der Trierische Volksfreund berichtete Anfang Januar 2020 rückblickend, dass zu dieser Zeremonie acht Brüder aus 32 Logen und fünf Ländern anwesend waren. In den historischen Unterlagen wird diese Gründung ausdrücklich als erster eigener Logenstandort in Traben-Trarbach beschrieben.
Die Loge steht in einer regionalen Tradition, die über das frühere Kränzchen „Zur Starkenburg“ bis in das frühe 20. Jahrhundert zurückreicht. Zugleich markiert die Lichteinbringung einen Neuanfang unter heutigen Bedingungen.
Mitglied werden
Der Begriff „Suchender“ bezeichnet einen Menschen, der sich ernsthaft mit der Frage beschäftigt, ob die Freimaurerei zu seinem eigenen Lebensweg passen könnte. Dabei sollte nicht die Erwartung im Vordergrund stehen, Zugang zu geheimem Wissen, gesellschaftlichem Einfluss oder beruflichen Vorteilen zu erhalten. Wer mit solchen Erwartungen kommt, wird den Sinn der Freimaurerei verfehlen.
Wichtiger sind Offenheit, Selbstreflexion und die Bereitschaft, anderen Menschen respektvoll zu begegnen. Ein Suchender muss nicht „fertig“ sein. Im Gegenteil: Die Bereitschaft, eigene Fehler zu erkennen und an sich zu arbeiten, ist wesentlich bedeutsamer als ein bestimmter gesellschaftlicher Status.
Der Weg zur Loge
Üblicherweise beginnt der Kontakt nicht sofort mit einer Aufnahme. Zunächst finden Gespräche und Begegnungen statt, bei denen sich der Interessent und Mitglieder der Loge kennenlernen können. Dabei geht es in beide Richtungen: Die Loge möchte den Menschen kennenlernen – und der Suchende soll ausreichend Gelegenheit erhalten, sich ein realistisches Bild von der Gemeinschaft zu machen.
Eine Aufnahme sollte deshalb niemals aus einer spontanen Begeisterung heraus erfolgen. Freimaurerei ist auf Dauer angelegt. Sie verlangt Zeit für Logenabende, persönliche Beschäftigung mit ihren Themen und die Bereitschaft, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Familie, Beruf und persönliche Verpflichtungen sollen dabei nicht vernachlässigt werden.
Ein möglicher nächster Schritt
Wer nach ersten Gesprächen weiterhin Interesse verspürt, sollte sich Zeit nehmen, Fragen zu stellen und mehrere Begegnungen wahrzunehmen. Es gibt keinen Grund zur Eile. Eine gute Entscheidung entsteht aus gegenseitigem Kennenlernen und aus der ehrlichen Prüfung, ob die eigenen Erwartungen mit dem Wesen der Freimaurerei übereinstimmen.
Freimaurerei verspricht weder Vollkommenheit noch einfache Antworten. Sie bietet vielmehr einen über Generationen entwickelten Rahmen, in dem Menschen gemeinsam und zugleich jeder für sich an Menschlichkeit, Charakter und Erkenntnis arbeiten können.
Kontakt
Wer mehr über die Loge erfahren möchte, kann hier einen unverbindlichen Erstkontakt aufnehmen.
Das Logenhaus liegt zentrumsnah in Traben-Trarbach und ist vom Bahnhof Traben-Trarbach in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar.
Für Gästeabende empfiehlt sich eine kurze vorherige Nachricht. Parkmöglichkeiten finden sich in der Regel entlang der Uferstraße sowie auf den umliegenden öffentlichen Stellflächen.
Der genaue Zugang und eventuelle organisatorische Hinweise werden nach der Kontaktaufnahme mitgeteilt.
Kartendaten von OpenStreetMap. Größere Karte öffnen